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Susanne Krejsa MacManus' Fingerübungen

4/2012: Er wird doch nicht die Kücken fressen?

Die Eingeweihten (wie ich) wählen ‚rein zufällig’ einen kleinen Umweg, um unbedingt durch die Heumühlgasse zu gehen, die Kinder zählen ungeduldig die Tage und die ganz Frechen schreien aufgeregt durch die geöffnete Ladentür „Wann machst Du denn Deine Auslage neu?“

Alle drei Monate ist es endlich wieder so weit: Das Schaufenster der kleinen Buchbinderei in Wiens winziger Heumühlgasse hält ein neues Rätsel bereit. Was macht der Wilde Kerl da mit den kleinen Kücken, die er aus dem Kaugummiautomaten holt? Er wird sie doch hoffentlich nicht fressen wollen! Warum stehlen die beiden Panzerknacker-Hennen in Ringelshirts die kostbare Ahnengalerie berühmter Hühner des Mittelalters? Und warum sägt der Haloween-König Jack die arme Emily mittendurch?

„Buchbinden geht langsam und ist wenig spektakulär“, sagt die Geschäftsinhaberin Sophie Machatschke über ihren Beruf. „Außer ein paar gebundenen Büchern und etwas Werkzeug kann man nicht viel Interessantes zeigen.“ Doch die zweite Auslage war nun mal da und wollte genützt werden. So kamen Machatschke und ihre kleine Nichte Maria vor mehr als zehn Jahren auf die Idee, eine Geschichte zu erzählen.

Zuerst waren es nur liebevolle jahreszeitliche Gestaltungen; bald wurden sie von Figuren bevölkert: Mal tauchte der naturrosa Hase Schlappi aus Karl Ferdinand Kratzls Kinderbuch auf, mal die Comicfigur Bécassine des französischen Zeichners Joseph Pinchon. Der kleine Elefant Babar und seine Frau Celeste aus dem Märchenbuch von Jean de Brunhoff waren schon hier und ein andermal saßen sechs lesende Chinesenkinder aus Keramik in der Auslage.

Die Nichte absolviert inzwischen eine Ausbildung in einer Bühnenbildwerkstatt, ist aber immer noch voller Begeisterung dabei und  für die passenden Kostüme zuständig. An der Jagd nach den winzigen Requisiten beteiligt sich mit detektivischem Spürsinn die ganze weitverzweigte Familie. Jede neue Gestaltung wird zuerst im Laden aufgebaut und dann in die Auslage geräumt. Am Morgen ist die Aufregung groß: Eine neue Geschichte ist da! Die Kinder der nahen Volksschule hängen in Trauben vor der Scheibe und beratschlagen, was diesmal erzählt wird. Manchmal haben die Schöpferinnen Mitleid mit den Grüblern und verpassen ihrem Werk einen Titel.

Wem der Umweg durch die Heumühlgasse im vierten Bezirk doch zu weit ist, kann die Fotos auf ihrer Homepage ansehen.

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