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Aus vielen guten Gründen wollen Staaten die Anzahl ihrer Untertanen wissen. Zwei Beispiele dazu: Der Staat Lübeck sorgte sich im Jahre 1910, wie viele ehemalige Teilnehmer der vorangegangenen kriegerischen Auseinandersetzungen noch am Leben und zu versorgen wären. Ein andere wichtiger Gesichtspunkt, der in mehreren Staaten Anfang des 20. Jahrhunderts aufkam, war die Frage nach der Ernährungsweise der Kinder unter einem Jahr.   Im Prinzip sind Volkszählungen ideales Material für Forscher. Beispielshaft sei aus einer Bekanntmachung zitiert, die die Volkszählung von 1910 im Lübschen Staate... mehr lesen

Wo es möglich und erlaubt ist, wird man historische Dokumente kopieren oder scannen. Dabei kann eine unerwartete Schwierigkeit auftreten: Abweichende Papierformate – zu breit, zu lang oder beides. Unsere Kopiergeräte und Scanner sind auf die Standardgrößen A4 (210 mm x 297 mm) und A 3 (297 mm x 420 mm) ausgelegt.   Diese Normgrößen für Papierformate gelten aber erst seit 1922 und verbreiteten sich auch dann nur allmählich. Das System wurde vom Berliner Ingenieur Dr. Walter Porstmann entwickelt und fußt auf der fortlaufenden Halbierung des Ausgangsformates A0, dessen Fläche 1 Quadratmeter... mehr lesen

Wer Familienforschung betreiben will und einige handschriftliche Dokumente oder Briefe endlich ‚ausgegraben’ hat, stößt häufig auf ein neues Hindernis: Die Schrift ist unlesbar! Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war die deutsche Kurrentschrift die gebräuchliche Verkehrsschrift in Deutschland. Rund 100 Jahre lang wurden mit einer Spitzfeder spitze Winkel und veränderliche Strichstärken geschrieben.   Von 1915 bis etwa 1940 und noch einmal in den Fünfzigerjahren wurde dann die so genannte Sütterlinschrift oder ‚deutsche Schrift’ gelehrt. Sie war vom Berliner Grafiker Ludwig Sütterlin... mehr lesen

Beim Studium historischer Dokumente kann es wichtig sein, zu einem Datum den entsprechenden Wochentag zu wissen. Das ist im Prinzip für jedes Datum seit Beginn der christlichen Zeitrechnung (5. Oktober 1582) recht einfach, denn an diesem Tag trat der von Papst Gregor eingeführte ‚Gregorianische Kalender’ in Kraft. Seither verhindern Schaltjahre, dass wichtige Daten im Laufe der Jahrhunderte zu stark vom Lauf der Sonne abweichen. Daher ist alle 4 Jahre der Monat Februar um 1 Tag länger. In den vollen Jahrhunderten fällt  das Schaltjahr aus; lediglich alle 400 Jahre wird es dazwischengeschoben,... mehr lesen

Aus Ecuador kam die Bitte um Unterstützung bei der Suche nach der letzten Wohnadresse von jüdischen Verwandten im Jahr 1942. Mein Weg führte mich von der Wiener Friedhofsdatenbank zum  Verlassenschaftsakt eines geschiedenen Ehemannes im Wiener Stadt- und Landesarchiv (Gasometer) über die Namen der Kinder und schließlich ins Grundbuch. Eigentum ließ sich nicht nachweisen und die Frist für Restitutionsanträge wäre inzwischen ohnehin endgültig abgelaufen. Doch die gefundenen Dokumente ergänzten den Familienstammbaum und meine Fotos vom Haus, in dessen Sammelwohnungen die jüdischen Verwandten auf... mehr lesen