Zur Übersicht
 

Susanne Krejsa MacManus' Fingerübungen

2/2011: Die Mariahilferstrasse ist voller Rätsel - leider!

Hallo ###USER_email###,


was ist, wenn frau ganz triviale Besorgungen zu machen hat, die virtuell nicht lösbar sind? Sie strebt zur Wiener Mariahilferstrasse. Per U-Bahn, versteht sich, denn Parkplatz bekommt man eh keinen und es liegt ja alles nahe beisammen.


Foto: WikiCommons

Wo muss sie jetzt aussteigen? Die Station Herrengasse ist definitiv zu früh, aber zwischen Neubaugasse und Zieglergasse wird frau unsicher. Ist es näher vom oberen Ausgang der Neubaugasse oder doch besser vom unteren Ausgang der Zieglergasse? Oder war es nicht sogar beim oberen Ausgang der Zieglergasse, dem, der schon beinahe am Europaplatz rauskommt? Wenn sie aber beim unteren Ausgang der Neubaugasse aussteigt, dann könnte sie auch noch schnell das zerbrochene Weinglas nachkaufen, oder ist das Geschäft nicht doch weiter oben auf der Mariahilferstrasse?


Foto: www.planet-vienna.com

Von unter der Erde ist es kaum zu glauben, dass Wiens U3 direkt unter dem „Boulevard der Superlative“ verläuft: Mehr als 350 Shops und eine Gesamt-Schaufensterlänge von mehr als sechs Kilometern. Aber die Ubahn-Stationen ähneln Gefängnisfluren: Grau, Schmuckfarbe spärlich. Null Information darüber, was es an Verheißungsvollem ein paar Meter über ihrem Kopf gibt. Die Bahnsteigseite, die von der heranrollenden Kundschaft aus gesehen werden könnte, bleibt ungenützt.


Jeder platte Fernsehspot ist einladender, als das was frau stattdessen zu sehen bekommt: Infokästen, Feuerlöscher, Werbung für die Wiener Linien, Fahrpläne, Hinweisschilder, Mülleimer.


Kein Werbeversprechen bemüht sich, sie zum Aussteigen zu bewegen: Weder zeigt ihr ein Fotolöwe den Weg zu seiner nächsten Filiale, noch eine grüne Elfe, wo es ‚Bücher, Medien und mehr’ gibt. Auch Speck-mit-Ei ist irgendwo da oben, lässt sie da unten aber glatt verhungern. Welche Verschwendung! 115 Meter ungenutzten Bahnsteigs.


Foto: www.vienna.at

Geht nicht? Wie gut sich das System der Wandpaneele nützen lässt, hat uns ja unlängst H & M vorgezeigt: Sie ließen uns Madonna überall sehen, auf Aufgängen, Abgängen, Quergängen, Zwischengeschossen und Rolltreppenschächten. ‚Station Branding’ ist übrigens das Zauberwort für die, die es bisher noch nicht wussten.


Noch dümmer als keine Information ist die falsch platzierte: „Bis der Zug eintrifft, ist oft genug Zeit um Werbung zu betrachten. Die Blicke der Fahrgäste fallen automatisch auf die gegenüberliegenden Werbetafeln.“ verrät uns die Homepage der Verkehrsmittelwerbung. Ja, toll! Die Botschaft „Wir sind nur 3 Gehminuten von hier“ hilft mir unglaublich, wenn ich gerade von dort komme und auf die nächste UBahn warte.

Doch lang muss ich mir das eh nicht anschauen, denn jeder einfahrende Zug schiebt sich vor die Bahnsteig-Plakate, damit die aussteigenden Passagiere sie nur ja nicht sehen können.

 

Meine bisherigen Newsletter (zum Nachbestellen):

 

Geh runter von meinem Compuhjjhjhjhjhx (Jänner 2011)

Denksport für PatriotInnen (Dezember 2010)

No Toilet - no Bride (November 2010)

Kennst di aus? (Oktober 2010)

Richtig schön (September 2010)

Fliegen macht dick (August 2010)

Väter haben's schwer (Juli 2010)


 

 


Mein Newsletter kommt hin und wieder, wenn mich etwas begeistert oder aufregt.

Man kann ihn über meine Homepage abonnieren www.susanne-krejsa.eu.

Wer ihn satt hat, schickt mir eine mail unter contactme@susanne-krejsa.eu

Meine Fingerübungen kommen hin und wieder, wenn ich etwas zu erzählen habe.
Erklärung laut DSGVO: Ich habe außer Ihrem Namen und Ihrer email-Adresse keinerlei Daten gespeichert. Bitte informieren Sie mich hier, wenn Sie meine Zusendungen nicht mehr erhalten wollen; dann lösche ich Ihre Daten umgehend.

facebook_24.png
© 2010–2019 Dr. Susanne Krejsa MacManus – design and realization: identity projects - webdesign in lübeck