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Susanne Krejsa MacManus' Fingerübungen

7/2014: Reisefreuden

Fröstel. Schwapp. Platsch. Hilfe! Die technologische Entwicklung von Dusch-Armaturen ist offenbar rasanter vorangeschritten als die Beherrschung der dafür nötigen Kulturtechniken.

Foto: www.lilligreen.de

Mit anderen Worten: Zuerst strömt überhaupt kein Wasser aus der Hoteldusche. Nachdem man – nun schon etwas frierend - vergeblich an allen Knöpfen und Hebeln gedreht, gezogen und gedrückt hat, strömt es doch – stürmisch und unerwartet.

Natürlich ist es jetzt so heiß, dass man Verbrennungen dritten Grades erleidet. Oder man erlebt am eigenen Leib, wie sich Scholle und Kabeljau fühlen müssen, wenn sie mittels Kälteschocks eingefroren werden.

Foto: www.freizeitfreunde.de

Außerdem schießt das Wasser aus einem nicht vorhersehbaren tückischen Winkel, der das frisch ondulierte Haar in Sekundenschnelle in den ästhetischen Zustand eines triefnassen Wischmops befördert.

Das Versprechen ‚Reisen bildet’ kann jetzt nur ganz wenig Trost spenden, denn die erstaunliche Innovationskraft der Sanitärtechnik macht es entbehrlich, das so schmerzhaft erworbene Wissen als ‚steil ansteigende Lernkurve’ umzudeuten. Die nächste Hoteldusche wird garantiert ganz andere Anforderungen an mich stellen.

Nach meiner statistisch nicht repräsentativen Erfahrung haben Männer mehr Talent für die Bewältigung eigensinniger Duschen als Frauen, zumindest mehr als ich.

Man müsste untersuchen, woran das liegt. Ich weigere mich zu glauben, dass es etwas mit anders gearteter Intelligenz zu tun hat, und vermute vielmehr, dass die Position eines Konstrukteurs von Duscharmaturen nicht gendergerecht besetzt wird.

Die nächste Herausforderung des Reisens wartet schon: im Parkhaus.

Foto: www.campus-marienberg.de

Ich hab mir vor der Abreise leider nicht notiert, wo ich den Wagen abgestellt habe. Sechs Stockwerke kann man eh in wenigen Stunden zu Fuß absuchen, wenn in jedem nicht mehr als 300 Stellplätze sind. Wo komme ich jetzt bitte zur Ausfahrt? Warum zeigen die Pfeile alle in die falsche Richtung? Hilfe, jetzt ist mein Ausfahrtsticket hinuntergefallen und zwar genau zwischen Autotür und die Säule mit dem Schlitz, in den ich es eigentlich schieben sollte. Nein, mein Arm ist nicht lang genug, schlangengleich durch das Autofenster bis auf den Boden geschoben zu werden. Die Autotür öffnen? Geht leider auch nicht, weil ich zu nahe an der Säule stehe. Zurückschieben? Nicht leicht, wenn bereits gefühlte 50 Autos hinter mir warten.

Endlich draußen. Jetzt muss ich nur noch in die richtige Strasse einbiegen. Welche ist das?

„Meinst Du nicht auch, dass Erfindungen als wertlos abgelehnt werden sollten, wenn die Hälfte der Menschheit mit ihnen nichts anfangen kann?“ frage ich C. Dieser ist in einer Zwickmühle: „Ich ahne, dass Du mir jetzt eine Falle stellst. Ich kann sie aber nicht erkennen. Daher muss ich Dir zustimmen.“

„Okay“, triumphiere ich, „Landkarten sind eine dieser Erfindungen. Für die meisten Frauen sind sie unbrauchbar. Frauen sind die Hälfte der Menschheit. Daher sind Landkarten eine völlig unbrauchbare Erfindung.“

Ätsch! Den Intelligenztest hab ich zwar nicht bestanden, aber im Reden bin ich ziemlich gut.

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