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Susanne Krejsa MacManus' Fingerübungen

6/2017: Size matters in Japan

Unsere Japanreise hatte Nachwirkungen: Manche davon sind bereits eine Woche nach unserer Rückkehr überwunden - beispielsweise die Zeitverschiebung von 7 Stunden.

Andere werden mir bleiben, etwa der brennende Wunsch nach einem dieser knuddeligen Auto-Winzlinge, genannt Kei-Cars, keine eineinhalb Meter breit und 3,40 m lang.

Es gibt sie als kleine Sportwagen, als Cabrios, Geländemodelle, Lieferwagen oder Retro-Limousinen. Innen durchaus geräumig und gut ausgestattet, sind sie mangels Schnauze extrem kurz und daher superpraktisch, um auch noch in die kleinste Einfahrt oder Mini-Garage gequetscht zu werden.

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Wenn ich schon keins dieser ‚Bonsai-Autos‘ mit nach Hause nehmen kann, wollte ich mir wenigstens ein Modell auf den Schreibtisch stellen. Matchbox auf Japanisch. Also untersuchte ich die Angebote für die heranwachsende männliche Jugend.

Doch leider, deren Sehnsucht richtet sich eher nach schnittigen italienischen Sportwagen, ausladenden amerikanischen Oldtimern und prestigeträchtigen deutschen Marken. Ihre Wunschträume werden noch nicht durch KFZ-Steuern, Parkplatzgebühren, Erhaltungskosten und andere Vernunftargumente gebremst.

Size matters tatsächlich in Japan. Doch die Perfektion der Kleinheit ist nicht bloß blanke Notwendigkeit: Sie ist auch eine technologische Herausforderung, kulturelle Tugend, konstruktive Kunst, traditionsbewußte Ästhetik und darüberhinaus ein großes Vergnügen!

Zum Beispiel Zuckerstücke. Winzig im Verhältnis zu einem Ei; perfekt geformt und sogar von unterschiedlicher Form für Tee und Kaffee!

Der Badeschwamm, Teil unseres Convenience Packages im Hotel, kommt flach wie eine Flunder, ist höchstens 5 Millimeter dick und schwillt beim Öffnen der Verpackung zu normaler Größe. Kindisch, wie der gemeine Tourist nun einmal ist, probiert man das sofort aus!

Nichts ist zu klein, als dass man es nicht noch verkleinern könnte.

Trinkhalme? Viel zu groß! Auch sie lassen sich durch angewandte Teleskoptechnik auf die halbe Länge reduzieren.

 

Die Tüftel-Wut macht nicht einmal vor Löffeln für unterwegs halt. Obwohl auch bei uns weder groß noch schwer, aber es wäre doch gelacht, wenn sich so etwas nicht noch weiter optimieren liesse!

 

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Nicht alles in Japan ist klein & schön - es gibt auch die Kombination von groß & schön, vor allem in der Architektur.

Mein Lieblingsbeispiel sind die Mode Gakuen Spiral Towers in Nagoya, nahe vom Bahnhof: 170 Meter hoch - zum Vergleich: der Wiener Stefansdom erreicht 136 Meter. Im Jahr 2008 eröffnet, 38 Stockwerke.

Die drei Flügel, die sich um den Zentralkörper winden, beherbergen das HAL Institute of Computer Technology, das College of Medical Care and Welfare sowie eine Kreativschmiede für Mode, Design und Grafik.

Ach, ich hätte ja noch soo viel zu erzählen! Aber für heute ists genug.

Vielleicht ein andermal wieder. Sayonara.

 

P.S. Wir danken übrigens Silvia Groniewicz von Japan Plus Touristik e.U., die die Buchungen für uns gemacht und uns mit vielen guten Tipps versorgt hat.

Meine bisherigen 'Fingerübungen' und Newsletter können hier nachgelesen werden. Ich freue mich, wenn sie weiterverbreitet werden!

Meine Fingerübungen kommen hin und wieder, wenn ich etwas zu erzählen habe.
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