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Susanne Krejsa MacManus' Fingerübungen

9/2016: Verrückte Fantasien

„Mein Newsletter kommt hin und wieder, wenn mich etwas begeistert oder aufregt.“

Wer oder was begeistert mich?

Zum Beispiel ‚Verrückte’, die immer und immer wieder an ihrer völlig übergeschnappten Phantasie arbeiten, bis sie ein perfektes Ergebnis erzielen. Wenn ich so etwas sehe, werde ich vor Begeisterung atemlos.

Masayoshi Matsumoto.
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Einer von ihnen ist der japanische Künstler Masayoshi Matsumoto, der für seine Ballonskulpturen ohne Klebstoff oder sonstige Hilfsmittel auskommt. Im Brotberuf arbeitet der 26-Jährige als Chemie-Ingenieur in einem Pharmaunternehmen in der Provinz Chiba. Oft denkt er Monate lang über Formen, Techniken und Farbverläufe nach, bis er seine Ballons dann in stundenlanger Arbeit zu unglaublich lebensechten Tierfiguren und detailreichen Comicsgestalten aufbläst, dreht, windet und faltet. Nicht nur mich beeindrucken seine Werke: Jede Menge Auszeichnungen und internationale Berichterstattung zeugen vom Wow-Effekt seiner Arbeiten. Die englische Boulevardzeitung The Sun brachte es vor kurzem mit ihrer Headline auf den Punkt: „Call him michaelangeblow“.

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Wie kommt man bloss auf solche 'irrwitzigen' Ideen? Vor sieben Jahren war Matsumoto von Naturfotos so beeindruckt, dass er ausprobieren wollte, ob auch er lebensechte Tiere erschaffen könnte. Zu Hilfe kamen ihm dabei japanische Falttechniken (Origami): Sie arbeiten zwar traditionell mit Papier, üben aber das Erkennen und Verstehen geometrischer Zusammenhänge und das Modellieren von Figuren.

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Zu Ausstellungen schicken kann Matsumoto seine Werke nicht - sie sind nicht für die Ewigkeit bestimmt. Er verkauft sie auch nicht, fotografiert sie aber und zeigt sie in Büchern und im Web. Sobald sie online sind, lässt er sie wieder zerplatzen.

Edouard Martinet
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Nicht weniger ‚besessen‘ ist der Franzose Edouard Martinet, den sein Galerist ‚Insektophiler Virtuose der Kunstwelt‘ nennt: Aus mechanischen Autoteilen und kaputten Fahrrädern, aus rostigen Küchenpfannen und den Bestandteilen von Schreibmaschinen erschafft er die organischen Formen von Insekten, Fischen und Gliederfüssern. Nichts wird geschweisst, nur geschraubt und poliert, bis es tatsächlich verblüffend echt aussieht. Davor steht monate- und jahrelanges Nachdenken und Zeichnen, damit sich die Teile wie von selbst zusammenfügen.

Im Gegensatz zu Matsumoto ist Martinet kein Autodidakt: Er hat an der ESAG in Paris eine solide handwerkliche und künstlerische Ausbildung genossen und unterrichtet selbst am Institut für Angewandte Kunst in Rennes.

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Meine Favoritenliste der Kategorie 'Kreative Höhenflüge' ist lang und - ja, sie enthält auch weibliche Künstler. Dennoch präsentiere ich noch einen weiteren Mann: "Mister Finch". Der Herr mit dem Vogelnamen näht.

Mister Finch
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Er lebt und arbeitet im englischen Leeds und ist ein "Textile Artist Who Lives In a Fairytale World": Sein Atelier ist bevölkert von riesigen Insekten, mondsüchtigen Hasen, gedankenverlorenen Eulen und Füchsen, aber auch täuschend echt aussehenden Schwammerln und einer Fülle von Fabelwesen. Damit sie nachts zum Leben erwachen und ihren Beschäftigungen nachgehen können, bekommen die meisten von ihnen Schuhe und werden oft auch bekleidet. Alles wird von ihm ganz alleine und in Handarbeit hergestellt. Das Ausgangsmaterial sind meistens Flohmarktfunde und Vintage-Stücke, etwa alte Samtvorhänge aus aufgelassenen Hotels, Stickereien, Rauhes und Feines, Übriggebliebenes und Vergessenes. Man muss schon ganz genau hinschauen, um den ursprünglichen Verwendungszweck der Materialien erkennen zu können.

 

Sobald eines seiner seltsamen Werke fertig ist und er es auf Facebook präsentiert, ist es trotz hoher Preise auch schon weg, denn seine Fans müssen lange warten und er nimmt keine Aufträge oder Bestellungen an. www.mister-finch.com Man kann ihn auch nicht in seinem Atelier besuchen, aber es gibt viele Arbeitsfotos in seinem Buch.

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Meine bisherigen 'Fingerübungen' und Newsletter können hier nachgelesen werden. Ich freue mich, wenn sie weiterverbreitet werden!

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